Wenn es ein Junge wird schieben wir Ihn zurück in den Bauch…

In die Zeitmaschiene gesetzt und Schwupp, es ist März 2011

Okay, die Maus ist mittlerweile 3 Jahre alt. Sie läuft, sie redet wie ein Wasserfall, ist trocken, braucht Ihren Nuckel nicht mehr und die Milchflasche sind wir auch los. Oh man…. Sie wird so schnell groß!

Eigentlich wollten wir ja nicht noch ein Kind. Also mein Freund mehr als ich. Wobei, wenn ich an die Geburt und den damit verbundenen Wehen schmerz zurück denke… Aber eigentlich wäre noch ein Baby doch was Schönes. Also ich meine, wenn ich es mal von der anderen Seite der Medaille sehe, nicht von der mit dem Wehen Schmerz und der Zickerrei der Maus und den Wutausbrüchen, wenn Sie Ihren Willen nicht bekommt. Sondern von der Seite der liebe die Sie einem schenkt und dem Gefühl, dass hast du gemacht und du Liebst Sie abgöttisch … Dann laufen mir zur Zeit so viele Mamis über den Weg mit kleinen Babys …. Doch ich glaube ich möchte noch ein Kind.

Okay, ich bin mir da echt sicher, aber wie bekomme ich meinen Freund dazu?

Ich fange das Thema langsam an. Ja genau, schöööön langsam!

Ich warte bis die große Maus im Bett ist und falle dann mit der Türe ins Haus. Ich sage Ihm, dass es doch schön sei, wenn unsere große ein kleines Geschwisterchen hätte. Er ist sprachlos. Als er mir antworten will rede ich einfach weiter. Ich lasse Ihn einfach nicht zu Wort kommen. Ich habe mir schließlich vorgenommen Ihm es langsam beizubringen. Naja, ob es jetzt sooo langsam ist, sei mal dahin gestellt…. Also ich rede weiter und erkläre Ihm, dass die große maus schließlich jetzt endlich aus dem gröbsten raus ist. Also sie ist trocken, man kann vernünftig mit Ihr reden, sie braucht keinen Nuckel und keine Flasche mehr. Sie läuft und er kann ja auch super mit Ihr spielen. Mein Freund antwortet doch glatt:“ Genau, sie ist aus dem gröbsten raus“  Ich argumentiere mit dem was er sagt, indem ich Ihm erkläre, dass wenn wir wirklich ein 2. Kind wollen (und ich setze jetzt einfach mal voraus, dass er auch noch ein zweites will, auch wenn das ja eigentlich nicht so ist…bis jetzt…) wir ja nicht noch 2 Jahre warten sollten, weil wir dann ja wieder mit allem von Vorne anfangen würden. Jetzt wäre schließlich der Perfekte Zeitpunkt, weil wir quasi nahtlos anknüpfen. Die große Maus ist aus dem gröbsten raus und in 3 Jahren, bzw. 4 Jahren wäre dann das kleine auch aus dem gröbsten raus. Hah, ich hab Ihn! Ich sehe es in seinem Gesicht. Er denkt über das nach, was ich gesagt habe. Und er gibt sein okay. Also, wir werden noch ein Baby bekommen.

April-August 2011

Wir haben uns vorgenommen einfach nicht mehr zu verhüten und abzuwarten was passiert. Ganz zwanglos. Wir wollen uns keinen Druck machen und nicht nach Termin Sex haben.

Ich halte das genau 4 Wochen aus… Mittlerweile erwische ich mich dabei, wie ich im Internet recherchiere, wann mein Eisprung ist. Wie ich es merke und wie ich indirekt eine Empfängnis beeinflussen kann. Ich mache nach dem Sex eine Kerze im Bett usw.

Aber leider werde ich nicht Schwanger. Ich merke, wie ich beginne mich langsam unter Druck zu setzen… Aber ich hüte mich meinem Freund etwas davon zu erzählen.

Mittlerweile ist August, genauer der 28.08.11. Ich habe mal wieder Nachtdienst und merke plötzlich, dass ich ein merkwürdig vertrautes Ziehen im Unterleib habe… Ich habe direkt einen Verdacht, und da ich mittlerweile an dem Punkt angelangt bin nix mehr dem Zufall zu überlassen, habe ich selbstverständlich eine SST in der Handtasche. Ich schnappe mir also meine Tasche und laufe zum WC. Stäbchen in den Strahl halten und gefühlte Ewigkeiten warten. Und dann…. POSITIV! Ich könnte Platzen vor Freude! Ich muss nur flott mein 360 ° Strahlen wieder reduzieren, schließlich bin ich auf der Arbeit. Als ich am Morgen nach Hause komme, will ich meinem Freund noch nix erzählen. Er hat Anfang September Geburtstag und ich fänd es eine schöne Idee ihm das quasi als Geschenk zu verkünden. Den Gedanken schaffe ich auch genau 3 Tage zu halten und dann werfe ich Ihn über Board. Ich habe einen Nuckel gekauft und Ihn schön Verpackt. Am Abend überreiche ich meinem Freund das kleine Päckchen und er schaut mich nur verdutzt an. Ich sage Ihm dass er es auspacken soll und als er sieht was drinnen ist beginnt er zu Strahlen. Wir sind beide auf Wolke sieben.

Ende September habe ich einen Termin bei meinem Gyn. Ich bin in der 5. Woche und habe es jetzt offiziell. Ich bin Schwanger und unsere Familie wächst. Im Oktober erzählen wir unserer Großen dass sie ein Geschwisterchen bekommt. Sie freut sich genauso wie wir.

In die Zeitmaschiene gesetzt und schwupp es ist Oktober 2011

An einem Abend kommt sie zu mir und sagt, dass sie eine Schwester will. Ich versuche ihr zu erklären, dass man sich das nicht aussuchen kann und man nehmen muss was kommt. Sie sagt: „Nein“. Und das mit einer Bestimmtheit, die einfach nichts anderes gelten lässt. Dann erklärt sie mir noch wie einfach das geht, dass sie eine Schwester bekommt. „Mama, wenn es ein Junge wird, dann schicken wir Ihn zurück in deinen Bauch und sagen Ihm, dass er erst wieder rauskommen soll, wenn er seinen Penis im Bauch drinnen lässt“. Damit war das Thema für Sie durch. Ich bin echt am Verzweifeln mit der Maus. Wie soll ich es Ihr nur vernünftig beibringen, wenn sich rausstellt, dass wir einen Jungen bekommen und kein Mädchen? Mein Freund und ich sind Ratlos…

Dann ist der Tag X gekommen, an dem der Gyn. uns sagen kann, was es wird. Und wir haben echt Glück! Unsere große Maus bekommt eine kleine Schwester. Als wir es Ihr erzählen sieht sie uns nur an und sagt: „Ich hab es doch gesagt“. Unsere große beginnt Pläne zu schmieden und räumt fast Täglich in Ihrem Zimmer umher um zu sehen, mit welchen Spielsachen Ihre kleine Schwester spielen darf und mit welchen nicht.

In die Zeitmaschiene gesetzt und schwupp es ist November 2011

Unsere große Maus darf mich zum Gyn. begleiten und sieht zum ersten Mal Ihre Schwester auf dem Ultraschall. Das Bild welches wir bekommen nimmt sie überall mit hin und erzählt stolz, dass sie eine große Schwester wird.

Jeden Abend kommt sie zu mir und zieht meinen Pulli vom Bauch. Sie flüstert ihrer kleinen Schwester Geheimnisse durch den Bauchnabel zu und legt dann Ihr Ohr darüber um die Antworten von Ihr zu hören. Natürlich muss ich mir die Ohren zu halten, damit ich nicht belausche was die große Maus Ihrer Schwester erzählt.

Mein Freund und ich sind begeistert, mit welcher Freude sich unsere Große für das zukünftige Familienmitglied begeistert.

Ich hoffe dass diese Freude anhält! Mittlerweile kommt unsere Große regelmäßig mit zu den Kontrollterminen und Ultraschalluntersuchungen. Sie ist vom CTG absolut begeistert. „Mama, horch! Da, das Herz von meiner Schwester.“

Ende Dezember hänge ich meinen Gedanken mal wieder nach und stelle fest, dass ich keinerlei Schwangerschaftsbeschwerden habe und eigentlich geht die Schwangerschaft an mir vorbei, wenn unsere große Maus uns nicht darauf Aufmerksam machen würde. Ich bin überzeugt, dass wir alles richtig machen. Wir werden nächstes Jahr ein kleines Baby in den Armen halten und wenn alles gut geht, wird unsere große nicht eifersüchtig werden.

In die Zeitmaschiene gesetzt und schwupp es ist April 2012

Die Kugel wächst und wächst. Ich bin im Mutterschutz und die Babysachen liegen bereit. Meine Hebamme kommt regelmäßig vorbei und unsere große ist noch immer Feuer und Flamme für das Baby.

Ich treffe mich mit einer Freundin und wir machen einen Gipsabdruck vom Babybauch und es ist wunderschön! Eine super Erinnerung.

Natürlich laufe ich wieder ohne Ende Treppen, wasche ewig viel Wäsche und bin es langsam echt Leid! Die Schwangerschaft beginnt mich zu nerven! Ich werde immer runder und habe ehrlich keine Lust mehr! Ich trinke täglich Himbeerblätter-Tee und nehme Heubäder. Ich gebe mein bestes um zu beeinflussen dass die kleine endlich kommt. Und in der Nacht zum 1. Mai ist sie dann endlich da!

Von der Schnullerfee und Kuschelkatze

In die Zeitmaschine gesetzt und schwupp es ist 2010.

Es ist an der Zeit, dass die berühmt berüchtigte Schnullerfee kommt.

Die Große ist mittlerweile 2 Jahre alt. Sie ist mit 5 Monaten in die Kita gekommen, sie konnte mit einem Jahr schon vorzüglich laufen, redet wie ein Wasserfall und liebt es Bücher vorgelesen zu bekommen.

Den Schnuller braucht sie in der Kita nicht mehr und hier zu Hause nur noch zum schlafen. Mir ist vor kurzem dieses Buch über die Schnullerfee in die Hände gefallen und ich denke, so langsam könnte man das entwöhnen angehen.

Das Buch ist richtig nett geschrieben. Es handelt von einem Mädchen, das schon relativ groß ist, aber noch immer den Schnuller braucht. Eines Nachts bekommt sie Besuch von der Schnullerfee und diese erzählt Ihr, dass Sie gerne Ihren Schnuller haben würde. Als Gegenleistung dürfe sich das Mädchen ein Geschenk wünschen. Das Mädchen überlegt sich am nächsten Tag, dass sie einen Teddy haben möchte und erzählt das der Mama. In der nächsten Nacht kommt die Schnullerfee erneut und Tauscht den Schnuller gegen einen Teddy und ab dann braucht das Mädchen keinen Schnuller mehr. Sie wird von allen als großes Mädchen bezeichnet und fühlt sich stolz damit.

Die große Maus erzählt mir immer wieder wie groß sie sei. Also geht es jetzt los. Ich beginne Phase eins der Schnuller Entwöhnung.

Ich beginne damit der großen Maus zu erklären, dass große Kinder keinen Schnuller mehr brauchen… Ihr gefällt dies gar nicht. Na gut, damit habe ich ja gerechnet. Wer will schon einen geliebten Freund einfach so aufgeben? Klar, der Schnuller begleitet Sie schon Ihr ganzes Leben. Er ist immer da. Er tröstet sie und wenn sie Ihn ganz Doll schnullert dann hat er eine beruhigende Wirkung.

Ich fange an Ihr abends das Buch von der Schnullerfee vorzulesen. Und siehe da, Ihr gefällt es. Sie will es regelmäßig hören. Hinzu kommen die Gespräche über das groß werden. Ich merke am Ausdruck im Gesicht meiner großen, dass sie beginnt darüber Nachzudenken. Sie nimmt immer wieder Ihren Schnuller zur Hand und betrachtet Ihn nachdenklich.

Eines Morgens packt sie Ihren Schnuller in die Kita-Tasche und sagt mir, wenn die Schnullerfee kommt, dann möchte sie eine Kuschelkatze von ihr haben. Ich glaube erst meine Ohren täuschen sich, aber okay. Sie wünscht sich also eine Katze.

Ich bringe die Maus zur Kita und nehme Phase zwei in Angriff.

Kauft mal eine Kuschelkatze, wenn Ihr sie wirklich dringend braucht. Schrecklich!

Es gibt Teddys, Hunde, Meerschweinchen Hasen, aber Katzen? Absolute Mangelware! Ich renne von einem Spielzeuggeschäft zum Nächsten. Suche jede erdenkliche Spielzeugwahrenabteilung auf die ich kenne, aber nirgends gibt es eine Katze… Es ist die absolute Katastrophe. Nach einer Woche habe ich sie gefunden. Endlich.

Phase drei beginnt. Die große und ich suchen alle Schnuller zusammen, die wir haben. Mensch was hat die Maus viele Geheimverstecke im Kinderzimmer. Irgendwann haben wir dann endlich alle beisammen. Der letzte Abend mit Schnuller fängt an. Die große macht ein richtiges Fest mit dem geliebten Schnuller. Sie erzählt im Bett Ihrem Schnuller, dass dies die letzte Nacht mit Ihr sei und Er morgen mit seinen Schnuller Freunden zur Schnullerfee geht. Sie berichtet Ihm, dass sie jetzt ein großes Kind wird und wirkt richtig stolz. Ich habe das Gefühl, Sie genießt Ihre letzte Nacht mit Schnuller. Am Morgen kommt Sie ins Schlafzimmer gestürmt und weckt mich, indem sie auf das Bett hüpft.

Phase vier, die Schnullerfee kommt.

Wir zwei nehmen alle Ihre Schnuller und legen sie in einen besonders schönen Suppenteller. Dann gehen wir zum Balkon und stellen den Schnuller-Teller nach draußen. Ich erkläre Ihr, dass sich die Schnullerfee nicht gerne zeigt und wir Ihr den Weg erleichtern, wenn wir die Schnuller nach draußen stellen. Dann geht es los zur Kita. Als ich wieder Heim komme, nehme ich den Teller und räume alle Schnuller, bis auf einen, in den Müll. Die Mülltüte bringe ich auch direkt nach draußen.

Oh, man… ob es wirklich richtig ist? Jetzt beginne ich langsam zu zweifeln… Ich schnappe mir die lang gesuchte Kuschelkatze und verpacke sie feierlich in Geschenkpapier. Als ich die große Abhole rufe ich meine Freund an und gebe Ihm bescheid, als wir vor dem Haus angekommen sind. Er legt schnell das Geschenk auf den Balkon und unsere Große rast förmlich die Treppe zur Wohnung hinauf. Sie bekommt riesen Augen, als sie das Geschenk auf den Balkon erblickt und keine Schnuller mehr da sind.

Sie reißt das Papier auf und quietscht los vor Freude. Sie ist total begeistert von der Katze! Puh, mir fällt ein Stein vom Herzen.

Phase fünf, die erste Nacht ohne Schnuller.

Am Abend wird es noch einmal Spannend. Es geht ins Bett. Ich lese der Großen noch einmal das Buch von der Schnullerfee vor und nach unserem Gutenachtlied und dem Gebet will ich aus dem Zimmer gehen, als die große plötzlich herzzerreisend beginnt zu schluchzen.

Große Krokodielstränen laufen über die kleinen Wangen. Sie schnieft und sagt mit bibbernder Stimme, dass sie jetzt genug habe von der Katze und möchte dass die Schnullerfee die Schnuller zurück bringt, damit sie ruhig schlafen kann. Sie gibt auch die Katze wieder ab. Mir rutscht das Herz in die Hose. Okay, damit habe ich ja schon irgendwie gerechnet, sonst hätte ich ja den einen Schnuller nicht zurück behalten. Aber was mache ich jetzt? Werde ich nachgeben und Ihr den Schnuller geben? Ich wäge das für und wieder ab und komme zu dem Entschluss, dass es falsch ist, Ihr den Schnuller zurück zu geben. Also nehme ich meine Maus in den Arm und sage Ihr, dass ich verstehen kann, dass sie jetzt traurig ist. Wir reden über den Verlust des Schnullers und ich erkläre Ihr, dass doch jetzt die Katze da sei und diese sicher traurig wird, wenn die Große Sie zurück gibt. Nach einer Gefühlten Ewigkeit knickt die Große ein und sagt sie wird es versuchen. Und siehe da, sie schläft ein. Ganz ohne Schnuller. Ich habe das Problem des Nachtrauerns noch 3 weitere Abende. Aber dann haben wir es überstanden und unsere Große ist Ihn los, den Schnuller.

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…wäre es anders besser gewesen…

In die Zeitmaschiene gesetzt und Schwupp ist 2008, die Maus ist da.

Die ersten Wochen vergehen wie im Fluge, alles ist neu! Es ist eine sehr intensive Zeit, man stellt sich auf die neue Situation und aufeinander ein. Aber bald kommt der Alltag zurück und damit die alltäglichen Sorgen.

Mein Freund und ich sind beide in einer Situation, in der wir es uns nicht leisten können, uns den Luxus zu nehmen für länger als max. ein Jahr zu Hause zu bleiben. Also suchen wir nach Alternativen. Da alle Großeltern noch mitten im Berufsleben sind (ich bin mit 22 Mutter) muss etwas her, was uns die Freiheit gibt unsere Ausbildung zu beenden und damit unserer Maus etwas mit auf Ihren Lebensweg zu geben.

Ich Persönlich will nicht unbedingt eine Tagesmutter nehmen, weil ich die Befürchtung habe, dass meine Maus sich mehr an die „fremde“ gewöhnt, als an mich.

Also suche ich gezielt nach Krabbelgruppen, Krippen o.ä. Das gibt es auch bei uns! Was für ein Glück, wir sind gerettet! Aber…Ohoh… leider nicht zu den Uhrzeiten in denen wir es benötigen würden… Oder die wollen, dass die Eltern dabei sind. Was ist das denn für eine Logik? Warum sollte ich nach einem Krippenplatz suchen, wenn ich dann da bleibe? Albern!

Was gibt es denn noch? Okay… Kindergärten, ich weiß, dass es diese U2 Plätze gibt. Aber mein Kind ist sehr weit unter U2 …. Hmmmm… Ich setze mich an den PC und recherchiere im Internet. Auf der Homepage unseres Jugendamtes finde ich eine Liste. Oh, es gibt genau 3 Kindergärten, die doch tatsächlich U1 Plätze anbieten… Nachdem ich mit Ihm alles durchgesprochen habe, setzen wir uns ans Telefon und telefonieren die Kitas nacheinander ab.

Die erste (liegt in der Nähe meiner Eltern und auf dem Weg zur Arbeit) ist voll belegt. Die zweite (liegt recht weit weg von uns und nicht annähernd auf dem Weg zur Arbeit) hat auch keinen Platz. Die dritte (ist zwar katholisch und liegt nur fast auf dem Weg zur Arbeit) bietet uns einen Besichtigungstermin an.

Zwei Tage später stehen Er, Ich und die Maus in der KiTa. Die Maus schläft, ich habe sie auch gerade noch gefüttert, damit wir in Ruhe schauen können. Die KiTa wirkt ganz solide. Mittelmäßig große Gruppen, einen recht guten Personalschlüssel in der Gruppe mit den u! Jährigen: Gutes Programm, die Struktur wirkt auch gut, das Personal wirkt nett und die Kinder, die wir sehen scheinen sich wohl zu fühlen. Er und Ich reden kurz miteinander, sind uns aber schnell einig. Wir fragen, ob wir unserer Maus zum nächst möglichen Zeitpunkt anmelden können. Die Kita-Leitung erklärt uns, dass es nicht so einfach sei, weil sie eine lange Warteliste hätten. MIST! Es wäre so super gewesen, wenn das geklappt hätte. Wir dürfen aber wenigstens die Anmeldung ausfüllen. Also, weiter suchen.

Ein paar Tage später klingelt das Telefon, die Leitung aus der KiTa ist dran und sagt, dass wir den Platz hätten. Ich kann mein Glück kaum Glauben. Sie sagt, dass wir beide ein Sonderfall wären, weil ich Azubi bin und Er Student. Ich bin wahnsinnig glücklich und Er auch!

Am 1.8. ist es so weit. Unsere Maus wird ein KiTa-Kind. Oh man…. Mache ich/wir echt das richtige??? Ist es nicht alles zu schwer für sie??? Wird es sich negativ auf die Mutter-Kind Bindung ausüben? Ich werde laufend von Bekannten und Freunden angesprochen, ob das denn so richtig ist. Das sei unverantwortlich, bekommen wir vorgehalten. Und all solche Dinge, die es mir/uns echt nicht leichter machen, diesen Schritt zu wagen!

Aber wir springen ins kalte Wasser. Und…. Es tut nur etwas weh…. Am schlimmsten empfinde ich den Moment, an dem ich die Maus aus meinen Arm in den der Erzieherin geben muss …. Und was passiert?! NIX! Die Maus ist lieb und ruhig und sieht sich alles an. Ich drehe mich langsam, gaaaaanz langsam, um und gehe. Aber nur 2 Stunden später bin ich wieder da! Ich hole die Maus sehr früh wieder ab, schließlich ist die Eingewöhnungszeit eher für mich als für die Maus gedacht. Zumindest empfinde ich es so.

Die Wochen vergehen und die Maus bleibt täglich länger in der KiTa, bis sie auf Ihren 8 Stunden ist. Und es ist Wahnsinnig Gut! Die Maus macht riesen Fortschritte. Mit 6 Monaten will sie eine Schnitte haben und weit vor Weihnachten läuft sie uns schon davon. Sie redet wie ein Wasserfall, aber nicht so abgehackt wie manch andere Kinder. Die Erzieher sagen auch, dass unsere Maus ein richtiger Überflieger ist, und dass wir wohl alles richtig gemacht haben.

Ich bin richtig froh, dass es meiner Maus gut geht! Ich sitze mit meinem Freund zusammen, die Maus liegt in Ihrem Bettchen und wir denken über die letzten Monate nach. Wir kommen beide zu dem Entschluss, dass wir richtig gehandelt haben. Es hätte nicht besser laufen können. Wir haben zwar auch viel Glück dabei gehabt, aber es ist das eingetreten, was wir uns erhofft haben. Ich habe meine Ausbildung wieder aufgenommen und er macht das Studium. Nix von wegen gestörte Mutter-Kind Bindung. Alles Quatsch!

Da kann man das Kind ggf. eher verstören, wenn es drei Jahre bei einem zu Hause ist. Wir sind uns einig, dass wir es SO immer wieder machen werden.

Wobei…. Nach der Schwangerschaft, nein nach der Entbindung, werde ich kein Kind mehr bekommen!

Große Maus erblickt die Sonne

In die Zeitmaschiene gesetzt und schwupp Februar 2008

Ok, seit Januar bin ich jetzt im Mutterschutz… es ist schrecklich! Ich habe nix mehr zu tun. Der Haushalt ist mir einfach zu viel! Die Kugel nimmt so viel Platz ein und alles ist viel zu anstrengend. Ich habe die Schnauze voll! Das Baby soll endlich kommen! Aber bloß auf ganz natürliche Weise. Ich werde unter keinen Umständen eine PDA oder einen Kaiserschnitt machen lassen! Bei den ganzen Risiken! Oh Nein! Unter keinen Umständen! Da wir erst vor kurzen im Pflegeunterricht über das Thema Risiken bei einer Entbindung gesprochen haben weiß ich schließlich bestens Bescheid. Und ich werde das unter keinen Umständen machen lassen. Ich bin doch nicht Wahnsinnig! Aber so langsam soll es jetzt doch mal los gehen. Ich bin dafür, dass es sofort los geht! Aber die Maus ist wohl nicht der Ansicht. Das CTG zeigt keine Wehentätigkeit an… na super! Dann dauert es ja doch noch. Was kann ich machen? HA! Ich werde Treppen laufen! Ich laufe ständig mit den Wäschekörben die Treppe rauf und runter, ein Glück das wir im 2.OG wohnen und die Waschmaschine im Keller steht. Mein Freund wundert sich schon, weil ich täglich am Wäsche waschen bin. Aber es bringt nix! Ätzend! Ich will dass die Maus endlich kommt! Und mein Freund sagt immer, es wird schon kommen und ich soll mich gedulden…bla bla bla! Ich will nicht mehr warten!!!

Es ist jetzt der 12.2.08 ich habe einen Termin beim FA. Da liege ich hier auf diesem echt total „gemütlichen“ Stuhl und der FA puhlt da rum. Es ist voll unangenehm. Er ist fertig. Endlich! Da sagt er jetzt allen Ernstes: „So jetzt hab ich dem ganzen mal einen stups gegeben und bald dürfte es dann los gehen“ HA! Es soll bald los gehen! Alles klar. Also meine Tasche für das Krankenhaus hab ich bereits seit dem 7.Monat gepackt an der Türe stehen, man weiß ja nie! Der MaxiCosi steht daneben, die Kultursachen sind auch dabei. Etwas zu essen…. Das muss ich unbedingt noch einpacken, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich bei der Entbindung hunger bekomme. Ich bin ja quasi nur noch am essen. Oh, was war das? …Es muss eine Wehe gewesen sein. War das eine Wehe? Der FA sagte schließlich vor genau 60 Minuten, es gehe bald los. Also ist das doch eine Wehe. Ist es das? Naja, es könnten auch einfache Mensturationsschmerzen sein. Oder Senkwehen, die habe ich ja jetzt auch schon einige Wochen. Aber der FA sagte, es geht bald los. Hmmm… Soll ich meinem Freund sagen, er soll direkt aus der UNI kommen, weil ich Wehen habe? Aber was mache ich, wenn es nicht DIE Wehen sind? Ok, ich warte erst mal.

Mittlerweile ist mein Freund zu Hause, wir haben gut zu Abend gegessen und ich möchte jetzt noch etwas spazieren gehen. Schließlich soll das ja helfen, damit es schnell voran geht. Wir laufen eine kleine Runde und dann ist es mir klar Ich habe Sie, die Wehen! Oh was freu ich mich! Ich bekomme meine Maus und zwar JETZT! Ich laufe freudig zum Auto, mein Freund auch. Schließlich muss er uns fahren. Wir kommen zum Kreissaal. Die Hebamme begrüßt uns und ich erzähle Ihr, dass ich die Wehen habe. Ich weiß ganz genau, dass Sie es sind. Die Hebamme schließt mich am CTG an.

Oh ist das Aufregend, die Wehen werden für jeden sichtbar aufgeschrieben. Aber dann…. Die Hebamme versucht mir allen Ernstes zu erklären, dass meine Wehen noch lange nicht so weit sind und mein MUMU erst 3,5cm weit geöffnet ist. Sie sagt, ich solle noch mal nach Hause fahren, könnte aber auch Stationär bleiben. Wir fahren also wieder Heim. Scheiße! Ich hätte schwören können, dass das die Wehen sind. Toll… ich bin ja sooo begeistert. Noch länger warten… dabei sagte der FA, dass es bald los geht.

Mein Freund lässt mir ein Bad ein und ich genieße es. Da es jetzt schon nach 23:00Uhr ist, sagt er mir schon mal gute Nacht und geht ins Bett. Ich möchte lieber noch etwas endspannen. Oh ist das schön und es tut so gut! OH! Was ist das??? OH! WAS IST DAS? Schnell raus hier! Arg, tut das weh! Pusten, pusten, pusten. Ok, jetzt geht es wieder! Wow, was war das? Da bin ich wohl doch zu lange in der Wanne geblieben. Ich werde wohl besser auch ins Bett gehen.

Mein Freund schläft. Toll! Und ich liege hier und weiß nicht wie ich liegen soll. Alles ist doof! Der Rücken tut weh und ich habe dieses schreckliche ziehen im Unterleib in regelmäßigen Abständen. Ich stehe wieder auf, laufe durch die Wohnung. Die Stuhllehne und ich sind die besten Freunde. Da kann ich mich so schön abstützen, wenn diese unglaublichen Schmerzen kommen.

Unglaubliche Schmerzen?! AHHHHH!!!! Die Wehen, also DIE Wehen! Es geht los! ES geht los! … Nein, Moment! Ich will nicht, dass es wieder ein Fehlalarm ist. Ok, wie finde ich heraus, ob das DIE Wehen sind?! Ha! Ich weiß! Google weiß alles. Also PC an und googlen! Da steht es, dass muss es sein. Oh Gott! Was muss ich jetzt machen? Wo ist mein aller bester Freund? Wo ist die Stuhllehne? Da ist sie! Oh Gott, das tut weh! Abatmen, schön abatmen, so wie ich es gelernt habe! OK, vorbei und jetzt? Anziehen! Tasche, MaxiCosi, Autoschlüssel. Habe ich irgendwas vergessen oder kann ich jetzt endlich los fahren? Ah! Mein Freund! Der schläft doch noch. Also schnell ins Schlafzimmer: „Wenn du nicht sofort kommst, fahre ich ohne dich!!!“. Er reißt aus dem Schlaf und schaut total verwirrt in meine Richtung. „Was ist los?“ Das hat er nicht wirklich gefragt! Wonach sieht es denn aus? „Ich bekomme ein Baby“ „Bist du dir sicher?“ Ich drehe mich um und geh. Das ist mir doch zu blöd, da fahre ich lieber alleine. Ich bin schon im Treppenhaus, als mein Freund hinter mir her stolpert. Wir fahren in die Klinik.

Eine andere Hebamme als am Abend lässt uns in den Kreissaal. Und die sagt mir nach dem CTG und der Untersuchung, dass es noch etwas dauert. Ich soll noch was spazieren gehen. Und dann fragt sie mich ob ich eine PDA möchte. Ich lache mich kaputt! Ich und eine PDA?! Im Leben nicht!

Wir laufen den Flur entlang, bis zur Caffeteria komme ich, dann kommt sie DIE Wehe, die schlimmste bis her und ich brülle nur noch:“Ich will eine PDA!!!“

Es dauert noch ca. 1 Stunde, bis ich die PDA habe. Aber jetzt geht es mir soooo gut! Was ist das für eine Wohltat! Als erstes werde ich meiner Freundin in England Bescheid geben, dass ich im Kreissaal liege und dann den anderen eine SMS schreiben. Ja, dass mache ich. Mein Freund liegt im Römer rad und schläft. Oh ich fühle mich so gut. Die Sonne geht auf. Es ist ein herrliches Wetter da draußen. Und es geht mir so gut! Ein Glück das ich was zu essen dabei habe. Die fertig-Waffeln sind köstlich! Plötzlich fühle ich ein Ploppen. Es ist alles so fürchterlich Nass… Ihhh… was ist das? Mein Freund holt eine Hebamme. Die sagt, dass es die Fruchtblase sei, die geplatzt ist und dass man jetzt die PDA nicht mehr auffüllen würde, damit die Presswehen kommen können. Und dann geht alles recht schnell. Ich kann meine leckere Waffel nicht mehr zu ende essen.

Ich lerne den Herrn Major in Hebammenkostüm höchst persönlich kennen. Herr Major sagt, ich solle jetzt Pressen. Ich weiß nur nicht warum. Ich habe doch keine Presswehen. Ich habe unglaubliche Schmerzen, die schlagartig zurück sind, aber keine Presswehen. Herr Major treibt mich zum pressen an, mein Freund steht neben mir. Ich kann Ihn jetzt nur nicht gebrauchen! Ich habe keine Lust mehr, ich kann nicht mehr. „Ich will nicht mehr, ich will jetzt gehen“ Und da brüllt diese freche Hebamme mich in einem Ton an, dass ich jetzt gefälligst pressen soll. So eine Schweinerrei! Die Brüllt mich an! Mich! Unglaublich! Die kann doch nicht so mit mir umgehen! Ich presse dann doch noch einmal und … da ist sie! Die wunderschönste, zerknautscht aussehende kleine Maus! Ich liebe Sie! Mein Herz schlägt Purzelbäume!  Mein Freund und ich genießen den Moment! Ich erschnuppere meine Süße und sie ist so unschuldig, so klein, so zerbrechlich! Mein Freund darf die Nabelschnur durchschneiden.

Er sagt mir, er geht eben schnell telefonieren und sagt allen Bescheid, dass die kleine da ist.

Ich muss Sie hergeben, weil der Arzt sich die kleine ansehen muss.

Die Assistenzärztin kommt und sagt mir, dass sie den Dammschnitt nähen muss. Welcher Dammschnitt? Hab ich einen Dammschnitt? Naja, muss wohl so sein, wenn die was nähen will. Hab ich echt einen Dammschnitt bekommen? Wahnsinn… hab ich nicht bemerkt.

Warum wird denn plötzlich hier alles so voll? Der Kreissaal ist gefüllt mit weißen Kitteln. Dann kommt der Oberarzt und erklärt mir, dass ich eine Blutung habe, die sie nicht stoppen können. Ich würde gleich in Narkose gelegt werden und dann würde man der Ursache auf den Grund gehen. Mein Freund kommt zurück in den Kreissaal und das in dem Moment, als ein Arzt nach Blutkonserven brüllt. Er dreht sich um und geht direkt wieder. Ich falle in den Schlaf.

Als ich wieder wach werde steht mein Freund mit meiner Maus bei mir und sieht echt fertig aus. Er sagte mir, er habe sich solche Sorgen gemacht. Ich kann das nicht verstehen, schließlich ist die Maus da und es geht uns gut!

Ja unsere Maus ist da, um 13:35 Uhr am Mittwoch, den 13.Februar 2008, erblickt sie Ihren ersten Sonnenstrahl.

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Die ganze Familie gibt sich die Klinke in die Hand und alle wollen uns gratulieren. Es ist schön, richtig schön! Die Fresserei hat ein Ende, die Kugel ist weg und die Maus ist da! Ich bekomme ein 2 Bett Zimmer und freue mich darauf endlich schlafen zu können. Aber NEIN! Die Maus ist ganz anderer Ansicht! Jetzt weiß ich, warum man sagt, Schlaf ist ein kostbares Gut!

Blumen, Wassermelone und Chips oder einfach: die Schwangerschaft

In die Zeitmaschiene und zurück nach 2007

OK, jetzt stehe ich hier. Schwanger… Wow… ich bin 21 und werde mit 22 Mama werden.

Bin ich denn bereit dazu? Ich weiß es nicht. Ok, ich habe einen haute Couture Blazer, der in dieses Abenteuer mit mir startet und wir haben eine wundervolle Familie. Was soll also schief gehen? Hmmm, wie wäre es mit: ALLEM?

Aber ich bin ja nicht dämlich! Ich werde mir jetzt zwei Blumen kaufen! Mein Freund starrt mich entgeistert an, als ich Ihm eröffne, dass wir jetzt 2 Blumen kaufen müssen. Er meinte nur, ob ich nicht was Besseres tun könnte, so, als angehende Mama. Zudem habe ich alles, außer den „Grünen-Daumen“. Aber ich MUSS Blumen haben. Also auf zum Gartencenter. Ich kaufe mir 2 wunderschöne kleine grüne Blümchen. Ich habe keine Ahnung wie sie heißen (das weiß ich übrigens immer noch nicht), aber ich fühle mich jetzt wesentlich besser. Mein Freund fragt mich doch allen ernstes, warum 2 Blumen. Ich meine, dass ist doch völlig klar. Falls eine Blume eingeht hat man noch eine zweite. Warum ich mir ausgerechnet jetzt Blumen gekauft habe? Ganz einfach, wenn ich mich um Blumen kümmern kann, müsste ich es mit einem Kind auch schaffen. Also ich meine, Blumen brauchen Nahrung in Form von Wasser und Dünger, liebevolle Pflege und Sonnenlicht und wenn man mit ihnen spricht sollen sie gut wachsen. Ein Baby braucht auch Nahrung, Liebe und möchte gepflegt, unterhalten und umsorgt werden. Ich find das Ideal um sich auf das Mutter sein vorzubereiten. Mein Umkreis tut diese Vorstellung als Schwangerschafts-Schwachsinn ab. Aber ich find es ganz einleuchtend!

Die Blumen wachsen und wachsen, wie mein Umfang. Die Waage ist mein größter Feind! (Oh man, zu hoch Zeiten konnte ich dem dicksten Nielpferdhintern die Show stehlen.) Die Blumen sehen immer mehr wie richtiges grünes Zeug aus und ich fühlte mich mit dem Gedanken: „Ich bin bald Mama mit 22“ Immer besser. (Ich finde es war eine hervorragende Idee mit dem grünem Gewächs. Mittlerweile sind die Blumen ausgezogen, aber sie leben noch und meine große Maus, sowie meine Mini Maus auch)

Die Schwangerschaft zieht immer weiter, der Bauch wächst… mein Hintern auch… Die üblichen Gedanken, von wegen Kinderzimmereinrichtung, Kleidung, Stillen etc überfallen mich. Aber die klassischen Schwangerschafts- „Krankheiten“ wie Übelkeit etc. bleiben aus. (Naja, böse Zungen behaupten, ich sei sehr Zickig gewesen, aber das lasse ich mal dahingestellt. Ich bin immer zickig, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir in meiner Welt vorstelle.) Ich habe eigentlich eine richtig schöne Bilderbuch-Schwangerschaft. Nur der Bauch …und mein Hintern… zeigten deutlich: „Ja ich bin Schwanger“.

Aber was ich habe ist ein absoluter Heißhunger. Nicht auf Gewürzgurken und Nutella, wie es ja immer so klassisch dargestellt wird. Nein ich habe auf Wassermelone belegt mit Chips frisch Oriental Heißhunger. Ich weiß echt nicht, wie ich auf diese Kombination kommen konnte, aber es schmeckte (und das noch heute). In den Sommer Monaten ist das besorgen der Wassermelone kein Problem, für meinen Freund, aber je näher der Winter rückt, desto schwieriger wird es. Er schafft es aber immer , dass will ich Ihm auch raten. Ich lieg also nach meiner Arbeit gemütlich auf der Couch und schauffel gefühlte Tonnen Chips mit Wassermelone in mich rein, während ich meine Blümchen umsorge.

Ich besuche die Vorsorge Untersuchungen und nach einem langen Gespräch mit meinem FA, machen mein Freund (Blazer, haute Couture) und ich sogar einen Schwangerschaftsvorbereitungskurs mit. Es ist sehr interessant. Vor allem, als die Hebamme demonstriert, wie die Kinder aus der Gebärmutter kommen und dies an einem Modell Bildlich darstellt. Herrlich, wie blass einige werdende Papas werden. Ich glaube auch, dass diese Kurse für werdende Väter wesentlich wichtiger sind, als für uns. Gut, man lernt Atemtechniken und bekommt einiges erklärt, aber ich persönlich finde, dass diese grundlegenden Sachen einer Frau in den Genen liegen. (Es kann auch ein Hauch meiner Naivität gewesen sein, die mich zu dieser Schlussfolgerung gebracht hat). Erwähnte ich schon, dass ich die jüngste in diesem Kurs bin? Die anderen Schwangeren sind alle mindestens Ü30.

Es läuft also alles so weit am Schnürchen.

Wir machen die Wohnung Kindersicher und richten, mit und mit, die Wohnung ein, damit unsere Maus einziehen kann. Ich esse mich immer dicker und pflege meine Blumen. Und bald, an Valentinstag 2008 soll der große Tag sein!

Plötzlich ändert sich alles

In die Zeitmaschiene gesetzt und schwupp es ist September 2006.

Ich habe den Mantel der Schulzeit eingemottet und grade den der Ausbildung, der Arbeitswelt, angelegt. Er passt! Noch trage ich den Mantel der Beziehung, aber so langsam merke ich, dass dieser Parka langsam zu klein wird. Er passt nicht mehr zu 100% und ich fühle mich immer mehr fehl am Platz. Es ist nicht mehr das Outfit, was mir steht. Im November lege ich den Parka dann auch ab, ich muss gestehen, er hat mich über viele schöne Jahre begleitet und ich möchte keine Zeit missen, aber mittlerweile hat er flicken und ich möchte mich von Ihm trennen. Das tat ich auch, weil ich diesen wunderschönen Blazer, quasi einen haute Couture, völlig auf mich zugeschnitten. Es lief perfekt! Wir machten im April 2007 Urlaub in Tunesien, und da muss es geschehen sein.

Im Mai, ich wachte morgens mit fürchterlichen Unterleibsschmerzen auf, hat mich eine leichte Vorahnung beschlichen. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal meine Tage bekommen? Aber „Nein“! Das kann nicht sein! Ich muss mich irren! Ich bin doch nicht dumm! Aber am Nachmittag stand ich dann doch in der Drogerie. Ich habe zur Vorsicht gleich mehrere Schwangerschaftstests gekauft. Ab aufs WC. Mein Freund arbeitete, wusste aber zu diesem Zeitpunkt bereits über meine Ahnung/Befürchtung bescheid. Ich war bei Ihm. Er hat als Kellner gejobbt, wie ich zu der Zeit auch. Also, ich stand im WC. Wie macht man diese blöden Dinger denn nochmal? Aufgrund meiner Ausbildung müsste ich es eigentlich wissen, aber in dieser Situation? Pustekuchen! Ich wartete also auf den EINEN Streifen…. Der erste Test ist kaputt! Also den nächsten machen…. Warten … wieder kaputt! Was haben die mir da Verkauft? Also noch weitere gemacht, nach dem 5. Musste ich es mir eigestehen. Die Tests waren scheinbar nicht kaputt… Tränen überströmt ging ich zu meinem Freund, mit dem ich jetzt 6 Monate zusammen war. Es war eine Wunschschwangerschaft, nur nicht zu dem Zeitpunkt. Aber hey, ich liebe Überraschungseier… Naja, wir sind dann erst mal ins Krankenhaus gefahren um es uns noch einmal bestätigen zu lassen, schließlich können ja alle 5 Schwangeschaftstests defekt sein. Man weiß ja nie! Dort sagte man uns dann auch, nach einem 6. Test und einer Ultraschalluntersuchung, dass ich nicht Schwanger bin! Oh Gott, alles Fehlalarm! Wir waren quasi schon beim gehen, als die Assistenzärztin uns zurückhält und sagte, dass der Test doch positiv sei. Nur schwach aber positiv. Und da es nicht nur leicht Schwanger gibt. Aaaahhhh!!! Doch keine defekten Tests! Okay, was jetzt? Nachdem wir meine Eltern und seine Eltern eingeweiht haben und das Pro und Contra besprochen haben begann das Abenteuer Schwangerschaft. Wie gesagt, wir waren quasi frisch zusammen, wir liebten und Lieben uns! Ich in der Ausbildung, seit September’06, er im Studium. Keine gemeinsame Wohnung, aber wundervolle Eltern, die uns Unterstützen. Also das kann ja nur gut gehen…

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